Welttag des Artenschutzes

Jedes Jahr sterben tausende Tier- und Pflanzenarten aus. Einige davon noch bevor Forscher sie überhaupt entdecken. Dabei sind unter anderem Wilderei und illegaler Handel die größte Gefahr für bedrohte Tiere und Pflanzen. Dazu kommen Rodungen, Besiedlung und Landwirtschaft, die die natürlichen Lebensräume vieler Tierarten zerstören. Durch Überfischung, Beifang oder gezielte Jagd sind gleichermaßen die im Wasser lebenden Arten wie einige Hai- und Walarten vom Aussterben bedroht. http://www.naturalforces.de/wp-admin/post.php?post=9046&action=edit&message=1#visibility
Aus dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) von 1973 entstand der Tag des Artenschutzes.
Heute, am World Wildlife Day soll das öffentliche Bewusstsein für die atemberaubende Vielfalt der Flora und Fauna unseres Planeten und ihre Schutzbedürftigkeit in den Vordergrund gerückt werden. Zusätzlich sollen wir darauf Aufmerksam gemacht werden, wie wichtig es ist, diese Vielfalt zu erhalten und welche Vorteile dies für uns bringt. Es wird daran erinnert wie wichtig es ist, gegen Wilderei und andere Verbrechen zu kämpfen.
Jeder hat die Möglichkeit einen wertvollen Beitrag zu leisten beispielsweise den illegalen Wildtierhandel einzudämmen. Wie? – Zum Beispiel so:
– Bei Reisen in andere Länder, sollte man sich vorher Informieren welche Arten bedroht sind.
– Vermeiden Sie Streichel- oder Fototermine mit Wildtieren wie Raubkatzen o.ä. Dies könnte mit illegalem Handel in Verbindung stehen.
– Keine lebenden oder toten Wildtiere, oder Wildtierprodukte als Souvenirs! Vermeiden Sie Souvenirs wie Elfenbein, Korallen, Muscheln, Häute, Felle, Knochen, etc.
– Verzichten Sie auf Speisen wie Wal- und Delfinfleisch oder Haifischflossen.
– Besonders beim Tauchen neigen viele dazu, Korallen anzufassen und verursachen damit einen unwiderruflichen Schaden. Diese sind jedoch hoch sensibel, deshalb sollten Sie immer einen gewissen Sicherheitsabstand (auch mit ihren Taucherflossen) halten!

Im Zentrum stehen dieses Jahr afrikanische und asiatische Elefanten. Der World Wildlife Day 2016 steht unter dem Motto: „The Future of wildlife is in our hands“.
Dabei soll die untrennbare Verbindung zwischen Wildleben, Menschen und Nachhaltiger Entwicklung deutlich gemacht werden. Die Verantwortung liegt bei uns das Überleben der Arten zu sichern.

Bei dieser Gelegenheit möchten wir noch das wichtige Thema der Tierversuche speziell bei Kosmetikprodukten aufgreifen.
Tierversuche polarisieren. Unsere Beziehung zu Tieren befindet sich in einem Zwiespalt zwischen Freundschaft und Eigennutzen. Einerseits sind Tiere Freunde, andererseits Fleischlieferanten und Testobjekt. In vielen Bereichen wie der Grundlagenforschung oder der Giftigkeitsprüfung werden heutzutage noch immer viele Versuche an Tieren durchgeführt bzw. oftmals auch verlangt. Es soll sichergestellt werden, dass die Gesundheit der Verbraucher durch die Verwendung bestimmter Mittel nicht gefährdet wird. Doch wie sieht es in der Kosmetikbranche aus? Nahezu alle europäischen Bürgerinnen und Bürger verwenden täglich kosmetische Mittel wie Seifen, Shampoos, Deodorants, Zahnpasta, etc.

Sind Tierversuche in der Kosmetik nicht schon seit Jahren verboten?

Grundsätzlich ist es so, Ja! Ab 11. März 2013 dürfen Kosmetika, die an Tieren getestet wurden, nicht mehr in die EU eingeführt werden. Außerdem dürfen keine Substanzen verarbeitet werden, die nach diesem Zeitpunkt im Tierversuch getestet wurden. Dies geht aus einer Verordnung vom November 2009 hervor.1
Doch der Haken: Dieses Verbot betrifft nur Stoffe, die ausschließlich zur Herstellung von Kosmetika bestimmt sind. Rohstoffe, die auch in anderen Produkten, wie beispielsweise Putzmittel verwendet werden, können weiterhin an Tieren getestet werden. Da dies aber auf den Großteil von kosmetischen Inhaltsstoffen zustimmt (bspw. …), ist es sehr gut möglich, dass wir auch weiterhin Kosmetika verwenden, dessen Inhaltsstoffe an Tieren getestet wurden.
Zudem kommt die Tatsache, dass in vielen Märkten außerhalb der EU (beispielweise China), Tierversuche weiterhin vorgesehen sind. Möchte man also ein Pflegeprodukt international vertreiben möchte, wird also weiterhin Versuche am Tier durchführen.
Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Datenbanken, die jene Unternehmen listen, die Tatsächlich keine Tierversuche durchführen und bei denen keine wirtschaftliche Abhängigkeit zu anderen Firmen besteht, die Tierversuche durchführen oder in Auftrag geben. Außerdem wird darauf geachtet, dass die gelisteten Unternehmen keine Rohstoffe verwenden, deren Gewinnung mit Tierquälerei (z.B. Bärengalle) oder Ausrottung (z. B. Moschus) verbunden ist oder für die Tiere getötet wurden (z. B. Cochenille, Seidenpulver).

Welche Alternativen zu Tierversuchen gibt es?

In Deutschland wird Tierschutz großgeschrieben. Tierversuche müssen in Deutschland erst genehmigt werden, bevor sie durchgeführt werden können. Sie sollen jedoch so gut es geht ganz vermieden werden. Häufig sind diese jedoch unverzichtbar, wenn es um beispielsweise um die Giftigkeit einiger Stoffe geht, die die Gesundheit des Menschen gefährden könnten.
Um Tierversuche weitestgehend zu verringern, wird zunehmend an Alternativen geforscht. Unter anderem wurden hier Methoden entwickelt, bei denen dreidimensional wachsende Zellkulturen, Computersimulationen oder bildgebende Verfahren wie Kernspintomographie zum Einsatz kommen. Derzeit versuchen Wissenschaftler sogar, die verschiedenen Organsysteme des menschlichen Körpers aus sogenannten Biochips nachzubilden und miteinander zu vernetzen. Mittlerweile gibt es solche Systeme bereits für Organe (wie Leber und Niere) und Nervenzellen.2

1 http://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?qid=1456213866495&uri=CELEX:32009R1223
2 https://www.bmbf.de/de/alternativen-zum-tierversuch-412.html