Tag der Arbeit

Am Sonntag ist es wieder so weit, der erste Mai, oder auch besser bekannt als der „Tag der Arbeit“. In Deutschland, Österreich, Belgien, Liechtenstein und in Teilen der Schweiz gilt er als gesetzlicher Feiertag. Am 1. Mai 1890 wurde dieser „Protest- und Gedenktag“ zum ersten Mal in der ganzen Welt begangen.
Hintergrund
Seinen Ursprung hat der Tag der Arbeit im späten 19. Jahrhundert. In dieser Zeit kam es häufig, speziell am 1. Mai zu Massendemonstrationen in den Industrieregionen in Australien sowie Nordamerika.  In einer Chicagoer Fabrik, in der landwirtschaftliche Geräte produziert wurden, wehrten sich die Arbeitnehmer gegen ihre derzeitigen Arbeitsbedingungen bei denen sie für einen 12-Stunden-Tag gerade einmal 3 US-Dollar erhielten. Die Geschäftsleitung versuchte, die 800 bis 1.000 freien Stellen mit neuen Einwanderern zu besetzen. Dank einer Kampagne der sozialistischen Arbeiter-Zeitung meldeten sich jedoch nur 300 neue Arbeiter. Dies wird auch heute noch als großer Sieg der Gewerkschaft gewertet.
Am Abend des 1.5.1886 fand eine Arbeiterversammlung auf dem Haymarket in Chicago statt. Dem folgte ein mehrtägiger Streik, welcher am 3. Mai zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen den Demonstranten und der Polizei eskalierte. Bei den Ausschreitungen wurden sieben Polizisten getötet, auf der Seite der versammelten Arbeiter beläuft sich die Opferzahl auf ca. das Dreifache. Zum Gedenken der Opfer des Haymarket Riot wurde 1889, auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationale, der Erste Mai als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ ausgerufen.
In Deutschland gilt der 1. Mai seit 1933 auch als gesetzlicher Feiertag.
Arbeitssituation Deutschland – Welt
In Deutschland erfreuen wir uns einer sehr arbeitnehmerfreundlichen Situation. Die zahlreichen Arbeitsschutzgesetze entstanden bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, das auch als der Beginn der Arbeitsrechtsgeschichte angesehen wird. Dabei entstanden auch der Jugendarbeitsschutz,  das Verbot der Kinderarbeit sowie das Sozialversicherungsrecht.
Dies ist nicht überall auf der Welt so. In vielen Ländern der Welt, speziell in Entwicklungsländern, herrschen derzeit noch für uns undenkbare Zustände. Die Arbeitskräfte werden regelrecht ausgebeutet. Weltweit sind Menschen Sicherheits- und Gesundheitsrisiken durch ihre Arbeit ausgesetzt. Die ILO schätzt, dass jeden Tag etwa 6.000 Menschen durch arbeitsbedingte Unfälle oder Krankheiten sterben.