Die Heilkraft der Kräuter

Heidelbeere bis Limone – Warum wir diese Inhaltsstoffe verwenden? Erfahrt Ihr jetzt:

Wir führen unsere kleine Kräuterfibel weiter. Auf dem Programm heute: Heidelbeere bis Limone!

Heidelbeere

Heidelbeeren stecken voller wertvoller Inhaltsstoffe, die gut für die Gesundheit sind. Schon die alten Römer wussten  die entzündungshemmende Wirkung zu schätzen. Im Mittelalter entdeckte Hildegard von Bingen den Wert der blauen Waldfrüchte als Heilpflanze wieder. Sie nutzte getrocknete Heidelbeeren als Kompresse zur Wundheilung. Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich in Heidelbeerblättern, genauso wie in den Früchten. Die Blätter enthalten Gerbstoffe vom Catechin- und Proanthocyanidintyp. Daneben kommen Flavonoide vor, zum Beispiel die Substanz Astragalin, sowie organische Säuren. Heidelbeeren sind reich an Vitamin C und an Mineralstoffen. Ferner enthalten sie Karotene, die das Immunsystem stärken.

 

Hyaluronsäure

Hyaluronsäure wird als Wunderwaffe im Schönheits- und Kosmetikbereich gehandelt, da sie einen Anti-Aging-Effekt verspricht. Auch bei Problemen mit Gelenken wird diese körpereigne Substanz in der Therapie und in der Medizin eingesetzt. Hyaluronsäure kann etwa 6000 Mal mehr Wasser als sein eigenes Gewicht binden – ideal also vor allem zum Einsatz gegen sichtbare Zeichen des Alters wie den Falten, welche durch Bindegewebsschwäche entstehen. Hyaluronsäure bewirkt durch seine feuchtigkeitsbindende Eigenschaft, dass die Haut klar, prall und strahlend wirkt. In der Medizin sowie der Kosmetik ist Hyaluronsäure nicht nur wegen der extremen wasserbindenden Fähigkeit beliebt, sondern auch weil die Gefahr von Nebenwirkungen relativ gering ist, da es allgemein sehr gut verträglich ist.

 

 Johanniskraut

Das Echte Johanniskraut ist eine mehrjährige Pflanze, welche Wuchshöhen von bis zu einem Meter erreichen kann. Die Blütezeit ist im Sommer von Juni bis Anfang September. Bekannt ist vor allem die goldgelbe Blüte der Pflanze. Verbreitet ist die Pflanze vor allem in Europa, Nordafrika und Westasien, sie ist aber mittlerweile fast weltweit anzufinden. Als Heilpflanze ist das Echte Johanniskraut schon seit mehreren tausend Jahren bekannt. Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Pflanze sind neben den Gerbstoffen die ätherischen Öle. Durch die enthaltenen Flavonoide und Harze hat sie eine antibakterielle Wirkung. Am häufigsten wird das Kraut zur Behandlung von leichten bis mittleren depressiven Stimmungsschwankungen genutzt, bei der äußeren Anwendung wird das gewonnene Öl genutzt. Das Johanniskrautöl wurde in der Volksmedizin vor allem zur Linderung von Schmerzen genutzt, dir durch Hexenschüsse, Gicht und Rheuma entstanden sind.

 

Kamille

Die Echte Kamille wird vom Wuchs her bis zu 50 Zentimeter hoch. Die wechselständigen Blätter sehen länglich aus und sind zwei- bis dreifach gefiedert. Das Blütenköpfchen besteht Außen aus weißen Zungenblüten und in der Mitte aus dicht gedrängten gelben Röhrenblüten. Aufgrund der antientzündlichen, antibakteriellen und krampflösenden Eigenschaften ergeben sich für Zubereitungen aus Kamille diverse Anwendungsgebiete. Salben und Cremes enthalten Kamille. Sie können bei bakteriell bedingten Hautproblemen helfen, wie zum Beispiel bei Akne. Ein weiterer wünschenswerter Effekt der Kamille ist der, dass sie den Glycinspiegel in unserem Körper erhöht. Dieses Glycin, was eine Aminosäure ist, hat wiederum eine beruhigende Wirkung auf Nerven und Muskeln.

 

Kiefernnadelöl

Kiefernnadelöl, auch unter der Bezeichnung Pini aetheroleum bekannt, ist ein pflanzliches Arzneimittel, das hauptsächlich äußerlich zur Behandlung von Muskel- und Gelenkschmerzen  oder inhalativ bei Erkältungskrankheiten angewendet wird. Das Kiefernadelöl wird aus frischen Ästen mit Nadeln und Zweigspitzen von Kiefern gewonnen. Die Wirkungsweise von Kiefernadelöl besteht darin, dass es die Produktion von dünnflüssigem Schleim und die Durchblutung bei äußerer Anwendung anregt. Darüber hinaus wirkt es schwach desinfizierend.  Die Anwendung von Kiefernadelöl erfolgt entweder als Inhalation oder durch das Einreiben mit einer entsprechenden alkoholischen Lösung, einem Gel, einer Salbe oder einem Öl.

 

Lavendel

Kaum eine Heilpflanze wird so mit der mediterranen Welt in Verbindung gebracht wie der Lavendel. Die Blütezeit ist im Juli und August. Ursprünglich kommt der Lavendel aus dem Mittelmeerraum. Inzwischen findet man die Pflanze jedoch auf allen Kontinenten. Sie wird überwiegend wegen der enthaltenen ätherischen Öle angebaut. Der Lavendel wächst am besten auf trockenen, sonnigen Hängen, an Felsen oder an den Mauern von Weinbergen. Äußerlich angewendet wirkt die Lavendelpflanze gegen Muskelverspannungen, körperlicher und geistiger Erschöpfung, gegen Rheuma sowie schlecht heilende Wunden und Verbrennungen. Aufgrund des beruhigenden Geruchs wird  Lavendel auch häufig bei Schlafstörungen eingesetzt.

Echten Lavendel kennt man schon lange als Heilpflanze aus alten Kloster- und Bauerngärten in der mittelalterlichen Heilkunde. Er wirkt antiseptisch, beruhigend, blähungstreibend, harntreibend und krampflösend, findet Anwendung bei Asthma, Erschöpfung, Herzbeschwerden, Husten, Kreislaufschwäche, Migräne, Nervosität, Nervenschwäche (“Nervenkraut”), Neuralgien und bei Schlaflosigkeit.

 

Limone

Die Limone wird seit über tausenden von Jahren kultiviert. Als Kreuzung aus der Zitronatzitrone und der Bitterorange stammt sie vermutlich ursprünglich aus der Region Assam im Nordosten Indiens. Mit den Arabern gelangte sie im 13. Jahrhundert nach Spanien. Heute werden Zitronen und Limonen in allen subtropischen Ländern angebaut. Hauptproduzenten sind Italien, Spanien, die Türkei, Ägypten, der Iran, Argentinien sowie die USA.

Die Limone  ist aufgrund ihres Vitamin-C-Gehalts und der Fruchtsäure ein Klassiker in der natürlichen Hautpflege. Ihre Schale enthält zudem wertvolle ätherische Öle. Limonensaft beseitigt nicht nur Schmutz und hartnäckige Gerüche von Ihren Händen, er spendet auch natürliche Pflege.