Mineralöle

Häufig werden in Kosmetika auch Mineralöle und Erdölderivate eingesetzt.[1] Bekannt sind die Mineralöle auch als Paraffinöle oder als Weißöle.

Mineralöle werden aus Rohöl hergestellt. Häufig enthalten sind in herkömmlicher Kosmetik neben bestimmten Mineralölen auch sogenannte MOAH (Mineral oil aromatic hydrocarbons), bei denen nach aktuellem wissenschaftlichem Stand ein krebserzeugendes Potential nicht ausgeschlossen werden kann. Das Bundesamt für Risikobewertung schreibt hier am 26.5.2015 :

Zu diesen Komponenten gehören auch aromatische Kohlenwasserstoffe – sogenannte MOAH (mineral oil aromatic hydrocarbons), für die ein kanzerogenes Potential derzeit nicht in jedem Fall ausgeschlossen werden kann.“[2]

Nach EU-Kosmetikverordnung 1223/2009[3] sind Mineralöle in kosmetischen Mitteln zulässig, wenn nachgewiesen werden kann, dass der Raffinationsprozess, also der gesamte Herstellungsprozess, vollständig bekannt ist. Der Grund für die Beigabe von Mineralölen in Kosmetika ist auf verschiedene Faktoren zurück zu führen. Ihre Funktion als Antistatikum, Weichmacher, Lösungsmittel und als Viskositätsregulator[4] lässt sie in Hautcremes und –lotionen sowie in Sonnenschutzmitteln, Deodorantien und Make-up Produkten Anwendung finden. In der INCI-Liste können diese unter folgenden Bezeichnungen gefunden werden:

  1. Paraffinum liquidum
  2. Paraffin
  3. Cera Microcristallina
  4. Petrolatum

Nach aktuellem Forschungsstand ist davon auszugehen, dass Mineralölprodukte, falls überhaupt, nur in sehr geringen Mengen über die Haut aufgenommen werden. Das Problem hierbei ist jedoch auch die Resorption.[5] Es muss davon ausgegangen werden, dass sich die aufgenommenen Gemische im menschlichen Körper anreichern können, weil sie nur langsam wieder ausgeschieden werden.

Ob jedoch in Kombination mit den barrieresenkenden Eigenschaften der PEGs ein Zusammenhang besteht, wurde noch nicht untersucht. Das Bundesamt für Risikobewertung schreibt jedoch hierzu, dass eine abschließende Bewertung noch aussteht, da unter anderem Datenlücken bestehen.

 

[1] http://www.bfr.bund.de/cm/343/fragen-und-antworten-zu-mineraloel-in-kosmetischen-mitteln.pdf am 02.02.16
[2] http://www.bfr.bund.de/cm/343/fragen-und-antworten-zu-mineraloel-in-kosmetischen-mitteln.pdf Seite 1 am 02.02.16
[3] http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2009:342:0059:0209:de:PDF am 03.02.16
[4] Viskosität beschreibt die Zähflüssigkeit eines Fluids
[5]http://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_mineraloel_uebergaengen_aus_verpackungsmaterialien_auf_lebensmittel-50470.html