Stress – ein häufig auftretender Begriff im Alltag. Er kommt in jeglichen Situationen vor: im Job, in der Ausbildung, zu Hause, ja manch einer leider sogar unter „Freizeitstress“.  Er ist auch nicht auf bestimmte Altersgruppen begrenzt. Aber ist Stress eigentlich immer schlecht? Der Begriff ist derart negativ aufgeladen, das meist automatisch auch etwas Schlechtes mit dem Zustand  verbunden wird. Dabei ist Stress sogar überlebensnotwendig und hat durchaus seinen Sinn!

Die Allgemeine Definition von Stress lautet: die Beanspruchung des Menschen durch innere und äußere Reize oder Belastungen. Diese können sowohl künstlich als auch natürlich sowie biotisch als auch abiotisch sein und gleichermaßen auf den Körper wie auch die Psyche des Menschen einwirken.

Das klingt zunächst nicht sehr negativ. Im Hinblick auf die Evolution des Menschen half die Stressreaktion vor allem in akuten Gefahren beim Überleben. Sie aktiviert den Körper und stellt möglichst viel Energie bereit, um für einen Angriff oder eine Flucht gewappnet zu sein. So gesehen ist Stress sogar überlebensnotwendig! Warum also verbinden wir Stress meistens mit einem negativen Zustand?

Heutzutage begegnen wir Stressreaktionen selten mit körperlicher Aktivität. Stress wird erst dann negativ empfunden, wenn er häufig oder dauerhaft auftritt und körperlich und/oder physisch nicht kompensiert werden kann und deshalb als unangenehm, sogar bedrohlich wahrgenommen wird. 

Grundsätzlich kann man zwei Arten von Stress unterscheiden:

  • Zum Einen gibt es den sogenannten Distress. Dieser ist wohl den meisten von uns geläufig. Er wird als Belastung wahrgenommen. Diese Art von Stress hat negative Auswirkungen auf den Organismus und kann auf Dauer Gesundheitsgefährdend sein. Distress führt zu einer stark erhöhten Anspannung des Körpers und auf Dauer zu einer Abnahme der Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit.

Es kann sogar zur Beeinträchtigung des Stoffwechsels (metabolischer Stress; oxydativer Stress) und somit zur Beeinträchtigung von Heilungsverläufen oder (Immun-)Reaktionen auf Infektionen und Einwirkungen aller Art und/oder auf diese Weise auch vom Immunsystem ungehindert zu Zellmutationen, sprich Krebs, führen.

  • Eine zweite Art von Stress ist der Eustress. Dies ist der „positive Stress“, den wir dringend benötigen. Darunter versteht man die Stresssensoren, die den Organismus zwar beanspruchen, sich aber eben positiv auswirken. Das bedeutet, durch positiven Stress wird die Aufmerksamkeit erhöht und der Körper wird auf die maximale Leistungsfähigkeit gebracht. Bei häufigem Auftreten wirkt sich Eustress sogar positiv auf die physische oder psychische Funktionsfähigkeit des Organismus aus. Eustress tritt zum Beispiel beim Sport auf. Es wird Adrenalin ausgestoßen und wir nehmen ihn nicht als „Stress“ wahr.

Es gilt also, den negativen Stress weitestgehend zu vermeiden um gesundheitliche Beeinträchtigungen zu verhindern. Dabei ist es wichtig, auf Phasen der Entspannung zu achten. Stress- und Entspannungsphasen sollten in Balance bleiben! Ein gutes Stressmanagement ist ebenso wichtig: Stressfaktoren besser erkennen und diese verringern. Manchmal bedeutet das auch, an sich und seinen individuellen Umständen zu arbeiten.